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Diversifizierung der Energieträgerversorgung

In Polens Energiebilanz ist Kohle die wichtigste aller Energiequellen, jedoch geht ihr Anteil zugunsten von Erdöl und Erdgas zurück.

Das in Polen verbrauchte Erdöl stammt zu 90% aus dem Import, und zwar fast vollständig aus Russland. Bei Erdgas werden fast 70% importiert, und der größte Lieferant ist auch hier Russland. Wie sich die Struktur der polnischen Erdgasimporte gegenwärtig darstellt und wie sie sich in der Vergangenheit verändert hat, zeigt unten stehende Tabelle.

Obwohl sich aus den eben genannten Daten eigentlich etwas anderes schließen lässt, ist nicht das Erdöl, sondern das Erdgas problematischer. Polen verfügt nämlich über Möglichkeiten, Erdöl in Mengen zu importieren, die den nationalen Bedarf decken – über den Seeweg durch den Nordhafen in Gdañsk (poln. Port Pó³nocny) mit einer Verladekapazität von ca. 34 Mio. Tonnen jährlich bei einer nationalen Nachfrage nach Erdöl von insgesamt ca. 18 Mio. Tonnen im Jahr 2004. Bei Erdgas gibt es solche Möglichkeiten hingegen nicht.

Die Ereignisse vom Januar 2006, als der russische Erdgaskonzern Gasprom die über die Ukraine nach Polen und in andere EU-Länder fließenden Erdgaslieferungen kürzte sowie die früheren Erfahrungen aus dem Februar 2004, als Gasprom den Gasfluss über Weißrussland nach Polen und Deutschland abstellte, lassen Zweifel an Russlands Glaubwürdigkeit als Erdgaslieferant aufkommen.

Deshalb muss die polnische Regierung eine Diversifizierung der Versorgung mit diesem Energieträger erwägen. Dazu soll unter anderem auch der geplante Bau eines Flüssigerdgas-Terminals dienen, wodurch eine Versorgung über den Seeweg möglich wäre. Dies ist natürlich nur eine der Maßnahmen, die Polen in dieser Hinsicht unternehmen will. Es ist auch geplant, die inländische Erdgasförderung zu steigern* und die vorhandenen Erdgaslager auszubauen.

Die Diversifizierung der Erdgasversorgung ist kein ausschließlich polnisches Problem. Nach Analysen der Internationalen Energieagentur IEA, die für 30 Staaten (gegenwärtige und potenzielle künftige EU-Mitgliedsstaaten) durchgeführt wurden, ist Europa bereits von Erdgasimport abhängig und wird es in Zukunft noch mehr sein. Nach diesen Berechnungen ist Erdgas nach Erdöl der zweitwichtigste Energieträger, und die Nachfrage nach Erdgas wird sich in den nächsten Jahrzehnten dynamisch entwickeln und ca. 2030 die Nachfrage nach Erdöl fast einholen.

Das von den EU-Mitgliedsstaaten von außerhalb Europas importierte Erdgas stammt aus fünf Richtungen. Am Anfang dieses Jahrzehnts hat sich die Importstruktur wie folgt dargestellt (Angaben in Mrd. Kubikmeter)**:

  • Naher Osten 157
  • Nordafrika 136
  • Russland 79
  • Mittel- und Ostasien 51
  • Lateinamerika 18

Wenn man jedoch bedenkt, wie die Bedeutung von Erdgas für die Wirtschaft Polens und anderer EU-Mitgliedsstaaten immer weiter steigt, ist eine weit gefasste internationale Zusammenarbeit notwendig, die die Versorgungssicherheit für den ganzen Kontinent garantieren würde.

*Nach Schätzungen von DeGoyler and MacNaughton im Auftrag von PGNiG vom März 2005 beträgt die wahrscheinliche Erdgasförderung in Polen in den Jahren 2005-2009 etwa 5,9-6,6 Mrd. Kubikmeter jährlich. 2004 wurden 4,3 Mrd. m3 gefördert.

**Quelle: International Energy Agency, Präsentation „European Oil & Gas Transit Systems, Poland’s Place in Network. Energy Transit in Central Europe, a Policy Perspective”.
Von der Konferenz UNIA & POLSKA Foundation / MGG Conferences, Warszawa, 1-2.09. 2005
Autor: Emmanuel Bergasse - Administrator for Central and South East Europe IEA.
Die gesamte Präsentation finden sie unter:
http://www.iea.org/textbase/
speech/2005/eb_poland.pdf

Mehr zu Polens Energiepolitik finden sie (in Englisch) unter:
http://www.mg.gov.pl/NR/rdonlyres/20205452-144A-4325-8935

Tabelle
Erdgasimport nach Polen 2003-2005 (Mio. m3)

Herkunft2003

2004

 2005

Norwegen487,5480,0

485,0

Deutschland417,6386,2

331,0

Tschechische Republik0,30,3

 

Russland6 754,95 757,6

6 340,0

Mittelasien962,42 679,9

2 533,0

Insgesamt8 622,79 304,0

9 689,0


Wechselkurse
1 USD 2.2605 -0.31%
1 EUR 3.3275 +0.47%
1 CHF 2.0649 +0.76%
Kurs dla USD Kurs dla EUR Kurs dla CHF
GUS Grundlegende Wirtschaftszahlen (2006)
BIP 338,689 mln $
Wirtschafts-
wachstum
5,80%
Haushalts-
defizit
(-) 7,077 mln $
Exportvolumen 109,108 mln $
Importvolumen 124,647 mln $
Handelsbilanz -15,539 mln $
Inflationsrate 1,00%
Arbeits-
losenquote
14,90%
Währungsumrechnung
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Aktienkurse
WIG20 2513.16 -1.24%
MIDWIG 4529.90 0.00%
WIG 39468.17 -0.84%
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